Unser Training

Trainer und Schüler

Die gewissenhafte Vermittlung der Grundlagen (jap. kihon), der festgelegten Übungsformen (jap. kata), des halbfreien und freien Kampfes (jap. kumite) sowie der Ideale und Werte des Karatedô steht im Mittelpunkt unserer Vereinsarbeit. Dabei orientieren wir uns streng an der Lehrmethoden, Inhalten und der Philosophie der Japan Karate Association (JKA) und des DJKB.

Besonders die Ausbildung von Anfängern ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, der wir mit Enthusiasmus nachgehen. Unsere Trainer betreiben Karatedô mit großer Hingabe und können aus fundierten Kenntnissen und viel Erfahrung schöpfen. Sie bemühen sich beständig darum, ihre eigenen Fähigkeiten weiter zu verbessern, ihr Verständnis der Kampfkunst zu vertiefen und ihr Wissen zu erweitern. Neben ihrem eigenen Training nehmen sie an nationalen und internationalen Lehrgängen mit bekannten JKA-Instruktoren teil. Der Austausch mit den Meistern und das Training mit anderen Karateka bildet sie weiter und bietet neue Anregungen für ihren Unterricht im Verein. Nicht zuletzt stellen sie ihre Fähigkeiten unter den kritischen Augen der Instruktoren auf die Probe, denn ein guter Lehrer ist immer auch ein guter Schüler.

Enge persönliche Kontakte zu Instruktoren der JKA-Zentrale in Tôkyô und anderen japanischen Instruktoren ermöglichen es uns, unseren Mitgliedern authentische Einblicke in die japanische Karatewelt zu geben. Wir lassen verschiedene für Japan "typische" Elemente mit ins Training einfließen, um die Karateausbildung in unserem Verein auf besondere Weise zu bereichern. 

Das Streben nach Perfektion ist ein Anspruch, den wir als Trainer an uns selbst und an unsere Schüler stellen. Karatedô bedeutet harte Arbeit, Selbstdisziplin und permanente Selbstreflexion. Oft braucht es viel Zeit, bis man sich eine Technik richtig angeeignet hat und dann noch ein Mal genau so lange, bis man sie wirkungsvoll einsetzen kann. Anfänger werden bereits in den ersten Wochen des Trainings auf eine harte Probe gestellt. Manche geben vorschnell auf, weil überzogene Erwartungen enttäuscht wurden oder sich der erhoffte Fortschritt nicht schnell genug einstellt hat. Nur wer Durchhaltevermögen besitzt, wird sich "durchbeissen" und solide Grundlagen aneignen. Erst dann wird die wahre Faszination der Kampfkunst deutlich. Schließlich erkennt man den wahren Wert des Karatedô.

Es ist sicher nicht übertrieben zu sagen, dass unser Training nicht für jeden geeignet ist. Wir setzen bei unseren Schülern die Bereitschaft voraus, sich ganz auf Karatedô einzulassen, bereitwillig lernen zu wollen. Die regelmäßige Teilnahme am Training trotz Alltagsstreß ist wichtig. Nur wer aufmerksam ist und sich wirklich bemüht, darf von unseren Trainern intensive Unterweisung erwarten. Gleichgültigkeit oder Faulheit im Training wird von den Trainern weder gern gesehen noch gefördert.  


Prüfung und Wettkampf

Unserem Verständnis nach soll die ständige Verbesserung unserer Kihon, Kata und Kumite im Mittelpunkt des Karatetrainings stehen. Aus diesem Grund versuchen wir jede Einheit nach dem Grundsatz  "Gutes Training ist Training, in dem jeder etwas lernt" so aufzubauen, dass alle davon profitieren und niemand auf der Strecke bleibt. Regelmäßige Prüfungen geben dem Karateka die Möglichkeit, durch eine Demonstration seines Könnens den eigenen Fortschritt unter Beweis zu stellen und diesen mit der nächsthöheren Graduierung anerkennen zu lassen. Wettkämpfe wiederum sollten als Gelegenheit zum Vergleich der eigenen Fähigkeiten mit Karateka anderer Vereine verstanden werden. Die Vorbereitung auf Wettkämpfe trägt oft zu einem Motivationsanstieg im Training bei, sie darf jedoch nicht dazu führen, dass die Inhalte und Ziele des Karatetrainings einzig auf die Teilnahme an Wettkämpfen ausgerichtet sind. In unserem Verein ist die Wettkampfteilnahme nicht obligatorisch. Dennoch möchten wir jedem Mitglied empfehlen, auch in diesem Bereich eigene Erfahrungen zu sammeln.


Karatedô vs. Gewalt

Ohne Zweifel kann Karatedô nach vielen Jahren hingebungsvollem, harten Trainings eine überaus wirkungsvolle Form der Selbstverteidigung darstellen. Beständiges Karatetraining führt zur Ausbildung eines gesunden Selbstbewusstseins, einem Zuwachs an Selbstsicherheit und besserer Körperbeherrschung. Da dem Karateka im Training die möglichen Folgen körperlicher Auseinandersetzung bewusst gemacht werden, wächst der Respekt vor der Kampfkunst, während das Interesse an einem leichtsinnigen Gebrauch seiner Karatetechniken verloren geht. So sensibilisiert, setzt ein Karateka seine "Waffen" nie unüberlegt ein, wird mit der Zeit aber befähigt, kritische Situationen besser einzuschätzen, mögliche Bedrohungen schneller als solche zu erkennen und angemessen zu reagieren. Gemäß dem Leitsatz karate ni sente nashi ("Im Karate wird kein Angriff geführt") dienen die Techniken des Karatedô außerhalb des Training einzig dazu, sich selbst oder andere vor Gewalt zu schützen.

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